Die drei wichtigsten Ursachen von Schadsymptomen an Bäumen

… und wie sie ihnen vorbeugen

Sie haben das Gefühl, dass es Ihren Bäumen nicht gut geht? Sie wirken matt und erschöpft oder erwecken den Eindruck von Trockenheit? Färben sich Blätter und Nadeln im Sommer bereits bräunlich?

Baumkontrollen und Baumgutachten

Lassen Sie Ihre Bäume regelmäßig auf Schadsymptome kontrollieren und vermeiden Sie so größere Schäden in Ihrem Baumumfeld. 

1. Trockenstress bei Bäumen

Einer der häufigsten Gründe für Schadsymptome an Bäumen ist der sogenannte Trockenstress. Trockenstress wird vor allem durch immer häufiger auftretende extreme Hitzeperioden verursacht. Das Ausbleiben von Wasser führt zunächst zu einem gehäuften Absterben der Baumkronenbereiche – in der Regel vom oberen Kronenbereich nach unten. Die Auswirkungen von Trockenstress treten bei Bäumen mittleren und jungen Alters und Pioniergewächsen wie Birken oder Pappeln schnell zutage. Hier kann es zu einem raschen Absterben der oberen Kronenteile kommen. Ältere Bäume können Trockenstress besser kompensieren. Sie haben oft im Laufe der Jahre ausreichend Reservestoffe assimiliert beziehungsweise eingelagert.

Wundnekrosen und Grünastbrüche

Besonderheit bei Buchen

Buchen sollte im Kontext von Trockenstress besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Da ihre Borke anders als zum Beispiel bei Eichen, Linden oder diversen Nadelgehölzen sehr dünn ist, können sich bei starker, dauerhafter Sonneneinstrahlung auf die Borke der Buche sogenannte „Wundnekrosen“ bilden. Diese kleinen, weißen, sich kräuselnden „Flechten“ verhalten sich wie ein starker Sonnenbrand, von dem sich die Oberfläche des Astes nicht mehr erholt sondern abstirbt. Der Ast insgesamt wird aber weiterhin mit Nährstoffen versorgt.

Wundnekrosen zu erkennen ist nicht einfach. Vereinzelter Befall von Buchenästen lässt sich anhand einer Sichtkontrolle von unten in der Regel nicht entdecken. Der Ast ist belaubt und wirkt vital. Das kann bei einer Baumkontrolle fatale Folgen haben. Denn die durch die Wundnekrose verminderte Oberflächenspannung kann dem Gewicht des gesamten, vital wirkenden Astes oft nicht standhalten: Es kommt zu unverhofften und unmittelbaren Grünastbrüchen an Buchen. Es ist daher sehr wichtig, dass Grob- und Starkäste belaubt bleiben und Blattmasse wenn überhaupt nur minimal reduziert wird.

2. Insektenbefall von Bäumen

Bei Trockenstress

Ist ein Baum Trockenstress ausgesetzt, sind seine „Abwehrkräfte“ stark reduziert. So kann eine trockene Fichte – im Gegensatz zu einer gesunden – das Eindringen eines Borkenkäfers kaum bis gar nicht kompensieren. Die Besiedlung einiger weniger Borkenkäfer an einer Fichte sind für den Baum in der Regel folgenlos. Die vitale Fichte schottet die Bohrlöcher des Borkenkäfers mittels Harzfluss nach außen ab. So kann der Borkenkäfer seinen Fressfreunden die Informationen über die potenzielle Lege- und Futterstätte nicht kommunizieren. Eine nicht vitale oder bereits vertrocknete Fichte hingegeben kann die Bohrlöcher nicht abschotten. Dem Einfall von weiteren Käferkolonien ist Tür und Tor geöffnet. Der Baum ist nicht mehr zu retten.

3. Pilzbefall von Bäumen

Wurzelartiger Pilzbefall

Der Großteil holzzersetzender Pilze ist wurzelbürtig. Sie sind oft erst dann zu erkennen, wenn es bereits zu spät ist. Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis die Standsicherheit des befallenen Baumes infrage gestellt werden muss. Die häufigsten Gründe für den Befall der Wurzeln durch wurzelbürtige Pilze sind Einwirkungen von außen. So können beispielsweise Pilzsporen bei Bauvorhaben in einen freigelegten Wurzelbereich eindringen. Lassen Sie sich bei einem Bauvorhaben, das angrenzende Bäume tangiert, im Vorfeld ausreichend kompetent beraten.

Auswahl wurzelbürtiger Pilze

  • Riesenporling an Buchen
  • Lackporling an Linden
  • Hallimasch an Robinien

Pilzbefall bei Trockenstress

Die durch Trockenstress verminderten Abwehrkräfte eines Baums machen es auch Pilzsporen einfach, in den Baum einzudringen. Nicht nur Totholz zersetzende Pilzgattungen wie Schmetterlingstrameten halten Einzug, sondern auch Fäulnis erregende und Splintholz zersetzende Pilze wie der Birkenporling können den Baum befallen.

Pilzbefall durch Schnittwunden

Auch starke Schnittwunden (schon ab 5-10 cm Durchmesser) an schlecht abschottenden Gehölzen wie Waldkiefer, Weide, Birke, Pappel, Linde und weiteren Weichholzarten fördern das Eindringen von Pilzsporen. Einige Pilzgattungen wie der Kiefernfeuerschwamm sind Fäulniserreger und sorgen somit für eine Zersetzung des eigentlich gesunden Kernholzes. Ein Baumschnitt sollte daher durch eine Fachfirma durchgeführt werden.